Natürlich können Sie auch alleine  im Wald baden. Sie haben es auch schon gemacht, vielleicht unbewusst, wenn Sie als Kind im Wald spielten oder als Erwachsener, wenn Sie „gedankenverloren“ bei einem Waldspaziergang inne gehalten haben…oder Ihr Schritttempo verlangsamt haben, also entschleunigten. Dabei tief Luft holten oder sich dabei ertappten, dass Sie sogar an gar nichts gedacht haben.Vielleicht hörten Sie einen Augenblick dem Rauschen des Windes in den Baumwipfeln zu oder dem Zwitschern der Vögel.

Vielleicht legten Sie Ihre Hand auf eine Baumrinde, ertasteten die Unebenheiten, die Kanten oder Sie fuhren mit den Fingern durch Moos. Vielleicht aber zogen Sie plötzlich Ihre Schuhe aus und legten einen Teil des Weges barfuß zurück. Es kann auch sein, dass Sie sich einfach auf eine Bank setzten, still, leise, beobachtend, vielleicht mit geschlossenen Augen. Vielleicht umarmten Sie sogar einmal einen Baum – die „Königsdisziplin“ – in einem Augenblick, in dem Sie sich unbeobachtet fühlten.

Ich gehe davon aus, dass Sie bereits einmal im Wald badeten.

Wenn Sie aber das nächste Mal alleine und bewusst im Wald baden wollen und noch über keine Erfahrung verfügen, kann ich Ihnen folgende Tipps mit auf den Weg geben:

  • Nehmen Sie sich bitte Zeit! Es kann durchaus sein, dass Sie das Gefühl für sie verlieren.
  • Nehmen Sie sich genug zu essen und zu trinken mit.
  • Verzichten Sie auf Tabak, Dampfer, Alkohol und andere Drogen.
  • Lassen Sie aufgrund der Ablenkung Ihre Haustiere zu Hause. Es gibt andere Gelegenheiten, mit ihnen den Wald „unsicher zu machen“.
  • Schauen Sie sich Ihren Weg zuvor auf einer Karte an, wenn Sie das Gebiet noch nicht kennen.
  • Schalten Sie Ihre Mobilgeräte auf „stumm“.Versuchen auch sie selbst, still zu sein.
  • Nehmen Sie eine Sitzunterlage oder eine Isomatte mit
  • Nehmen Sie gerne etwas zum Schreiben mit, damit Sie Ihre Erlebnisse und Eindrücke festhalten können
  • Beobachten Sie das Wetter und brechen Sie bitte bei aufziehendem Sturm oder Gewitter ab
  • Machen Sie leichte Achtsamkeitsübungen: Atemübungen, langsames Schlendern, Inne halten zum Sehen oder Hören (mit geschlossenen Augen), Umgebung erfühlen, ertasten, schmecken, riechen.
  • Erwarten Sie nichts. Wenn Sie nichts erwarten, wandern Ihre Gedanken nicht, Sie sind wertungsfrei, spannungsfrei und Sie können sich völlig auf den Genuss Ihres Waldbades einlassen. Erwartungen erzeugen Grübelei und Enttäuschungen.
  • Konsumieren Sie nur etwas aus dem Wald, was Sie auch wirklich kennen. Lassen Sie die Finger weg bei der kleinsten Unsicherheit.
  • Ihre Sicherheit geht vor. Schlagen Sie keine Wege ein, denen Sie sich nicht gewachsen fühlen. Waldbaden ist keine sportliche Herausforderung.
  • Schützen Sie die Natur. Entfernen Sie sich nicht zu weit vom Weg. Brechen Sie nichts ab und nehmen Sie nur Dinge in die Hand oder mit sich, die Ihnen der Wald geschenkt hat. Also Dinge, die Sie ohne Gewaltanwendung vom Boden aufheben oder einsammeln können.
  • Trauen Sie sich gerne, einen Baum zu umarmen, auch wenn andere Menschen in der Nähe sind.
  • Machen Sie (nur) Dinge, die Ihnen gut tun.

So sollte ein Solobad auch gelingen.